Die Station ist noch bis zum 8. April im E-Center Sorge in der Bamberger Straße geöffnet und lädt ein zur Entscheidung.
Hier finden Sie die Texte der Station sowie die Andacht zur Eröffnung:
Entscheidungen – jeden Tag aufs Neue
Jeden Tag treffen wir hunderte Entscheidungen – vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Oft ohne es zu
merken. Manche sind klein, wie ‚Was esse ich zum Frühstück?‘. Andere sind groß: ‚Welchen Weg möchte
ich in meinem Leben gehen?‘.
Manche Entscheidungen fallen leicht – andere bleiben schwer im Kopf und im Herzen.
Manche bringen Freude – andere hinterlassen Zweifel.
Manche triffst du schnell – andere brauchen Zeit.
Wie triffst du deine Entscheidungen?
Aus dem Bauch oder mit dem Kopf?
Was hilft dir, eine Entscheidung zu treffen?
Ein Gespräch oder ein Moment der Stille?
Und schon wieder Entscheidungen…
„Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.“ (Mt 6,21)
Andacht:
Wie viele Entscheidungen hast du heute schon
getroffen? Wahrscheinlich mehr, als du denkst
– denn jeder Mensch trifft täglich zwischen
20.000 und 35.000 Entscheidungen. Kleine,
fast unbemerkte: Wann stehe ich auf? Was zie-
he ich an? Wohin wandert mein Blick? Aber
auch größere, bewusstere: Wie gehe ich mit
einer schwierigen Situation um? Spreche ich
etwas an oder schweige ich? Wage ich einen
Schritt oder bleibe ich, wo ich bin?
Hier bei E-Center Sorge stehen wir an einem
Ort voller Entscheidungen. Nehme ich das
günstige oder das teurere Produkt? Probiere
ich mal etwas Neues aus oder bleibe ich beim
Vertrauten? Entscheide ich mich für etwas
Schnelles oder nehme ich mir Zeit zum Ko-
chen?
So halten wir an diesem Abend kurz inne –
mitten im Alltag, mitten zwischen all diesen
Entscheidungen.
Jeden Tag treffen wir unzählige Entscheidun-
gen. Kaffee oder Tee? Bus oder Fahrrad? Lä-
cheln oder weiterhetzen? Viele dieser Ent-
scheidungen bemerken wir kaum – sie passie-
ren fast automatisch. Doch dann gibt es diese
anderen Entscheidungen. Die, die schwer wie-
2gen. Die, die wir nicht so leicht abhaken kön-
nen. Die, die uns nachts nicht schlafen lassen.
Die, die sich im Alltag nicht einfach abschüt-
teln lassen. Vielleicht kennst du das: Du stehst
an einem Punkt, an dem du nicht weißt, was
richtig ist. Vielleicht ahnst du, dass dein Ent-
schluss etwas verändern wird. Vielleicht fühlt
es sich an, als würdest du vor einer Tür stehen
– aber du weißt nicht, was dahinter liegt.
Manchmal scheint es, als würde eine Ent-
scheidung fast von selbst fallen. Alles passt
zusammen. Ein anderes Mal bleibt das Gefühl,
dass es niemals den perfekten Moment geben
wird.
Auch in der Bibel gibt es solche Momente. Ei-
ner davon ist die Nacht, in der Jesus in Geth-
semane betet: „Vater, wenn es möglich ist, er-
spare mir das. Aber nicht mein Wille, sondern
dein Wille soll geschehen.“ (Lk 22,42) Jesus
wusste, dass sein Weg schwer werden würde.
3Er rang mit dieser Entscheidung. Vielleicht
wollte er ausweichen, einen anderen Weg fin-
den. Und doch entschied er sich – nicht aus
Angst, sondern aus Vertrauen.
Auch Judas traf in dieser Nacht eine Entschei-
dung. Eine, die ihn später belastete. Vielleicht
dachte er, es wäre der richtige Weg. Vielleicht
war er sich sicher – oder vielleicht war er ge-
trieben von Zweifeln, von Angst, von Druck.
Und dann ist da Pilatus. Er hatte die Macht,
Jesus freizulassen. Er wusste, dass Jesus un-
schuldig war. Doch er spürte den Druck der
Menschen um ihn herum. Er fragte: „Was ist
Wahrheit?“ (Joh 18,38) – und wusch seine
Hände in Unschuld. Er entschied sich, nicht zu
entscheiden.
Auch die Jünger mussten sich in dieser Nacht
entscheiden. In Gethsemane schliefen sie ein,
obwohl Jesus sie bat, mit ihm zu wachen. War
4es Erschöpfung? Unsicherheit? Überforde-
rung? Und später, als Jesus verhaftet wurde –
liefen sie davon. Petrus verleugnete ihn. Eine
Entscheidung aus Angst, aus Reflex. Und doch
war es nicht das Ende…
Und wir? Wie treffen wir unsere Entscheidun-
gen? Nach Sicherheit? Nach Gefühl? Nach
dem, was andere sagen? Auch unsere Ent-
scheidungen sind nicht immer perfekt. Viel-
leicht gibt es keine Entscheidung ohne Risi-
ko…
Jesus sagt: „Denn wo dein Schatz ist, da ist
auch dein Herz.“ (Mt 6,21)
Vielleicht hilft uns diese Frage: Wofür schlägt
mein Herz? Welche Entscheidung steht gerade
in deinem Leben an? Was brauchst du, um sie
zu treffen? Vielleicht Mut. Vielleicht Zeit.
Vielleicht Vertrauen.
5Gott sagt nicht: „Du musst immer das Richtige
tun.“ Er sagt: „Ich bin da.“ In jeder Entschei-
dung, in jedem Zweifel, in jedem Neuanfang.
Immer. Amen.